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Corona und Abschiednehmen – die Sicht unserer Auszubildenden

Corona und Abschiednehmen – die Sicht unserer Auszubildenden

Seit über einem Jahr gelten nun Beschränkungen wegen Corona beim Abschiednehmen und bei Trauerfeiern. In unserem Artikel blickt unsere Auszubildende Leonie Ellermann auf diese Zeit zurück und schildert ihre Erfahrungen in dieser Situation.

Trauerfeiern „früher“ ohne Corona

Ein Bild der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof in Landau aus dem Jahr 2019.

Es wirkt fast ein wenig unrealistisch und fast ein bisschen seltsam, so viele Stühle, so eng beisammen und das in einem geschlossenen Raum.

Bestuhlung der Friedhofshalle vor den Beschränkungen wegen Corona

Man merkt der Mensch gewöhnt sich an neue Situationen, wie an die Platzabstände, die Masken und die wenigen Stühle in den großen Veranstaltungsräumen, hat man sich eben gewöhnt. Ich persönlich erinnere mich kaum noch an eine volle Trauerhalle oder eine Trauerfeier mit 400 Personen. Am Anfang meiner Ausbildung ist dies nicht unüblich gewesen.

Bestuhlung mit Sicherheitsabstand in der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof Landau
Bestuhlung mit Sicherheitsabstand in der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof Landau

Die Corona-Beschränkungen treffen uns auch über das Leben hinaus

Trauerfeiern und Abschiednehmen von einem geliebten Angehörigen war und ist nur noch in beschränktem Maß möglich.

Doch welche Auswirkung können diese Einschränkungen beim Abschiednehmen eines geliebten Menschen haben?

Die Beschränkungen in Bezug auf die Trauerfeiern waren vor ein paar Monaten noch sehr einschneidend und drastisch. Die Nutzung der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof in Landau wurde auf 20 Personen reduziert. Auf Friedhöfen der Landauer Ortsteile sowie weiterer Orte in der Region waren teilweise unter 10 Personen zugelassen, die die Hallen nutzen durften. Auch im Freien und mit Abstand wurden Personenzahlen und Regelungen festgelegt.

Was bedeutet, dass bei größeren Familien oder Verstorben mit einem großen Bekanntenkreis nicht alle Angehörigen kommen durften, um persönlich Abschied zu nehmen und dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

Abschiednehmen wichtig für den Trauerprozess

Der letzte Abschied von dem Verstorbenen spielt eine zentrale Rolle, die meisten Angehörigen befinden sich zum Zeitpunkt in dem die Trauerfeier stattfindet mitten im Trauerprozess, welcher sehr vielfältig ausfallen kann. Dazu gehört zum Beispiel auch das Verdrängen „das nicht wahr haben wollen“ einen geliebten Menschen verloren zu haben. Die Trauerfeier spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie führt einem das ganze vor Augen, lässt begreifen und ermöglicht einen Abschluss, um danach weiter Phasen der Trauer verarbeiten zu können.

Rituale des Abschieds nicht möglich

Auch auf die typischen Rituale die man von einer klassischen Trauerfeier kennt, musste verzichtet werden. Dazu gehört das gemeinsame Singen, der Erdwurf am Grab sowie das Beisammensein im Trauercafé nach der Trauerfeier. Die ganzen Kleinigkeiten, die einem in dieser schweren Zeit ein wenig Trost spenden könnten, waren leider nicht möglich.

Dem Reber-Team sind diese Auswirkungen bewusst, weshalb wir engagiert sind, den Abschied, trotz der aktuellen Einschränkungen für jeden Angehörigen so würdevoll wie möglich zu gestalten.

Vor jeder Trauerfeier wird eine Teilnehmerliste angefertigt, so dass Streitereien wer in die Trauerhalle darf, am Tag der Trauerfeier vermieden werden können. Die Kontaktdaten aller Trauergäste werden von uns erfasst, dass im Falle einer Infektion alle teilnehmenden Trauergäste informiert werden können.  Auch unsere Kugelschreiber zum Eintragen in die Kondolenzliste werden von uns, nach jedem Benutzen desinfiziert.

Bei der beschränkten Personenanzahl sind auch uns leider die Hände gebunden. Wir können lediglich darauf hinweisen sich frühzeitig Gedanken zu machen und in der Familie abzusprechen wer in der Trauerhalle bei der Trauerfeier dabei sein soll.

Auch Ausbildung von Corona beeinflusst

Eigentlich findet der Unterricht in der Berufsschule in Bad Kissingen statt. Durch Corona war dies lange Zeit nicht möglich, sondern nur als digitaler Unterricht zu Hause. Die Bemühungen uns als Auszubildenden alle Lerninhalte zu vermitteln war groß, dennoch ist es nicht das gleiche, wie in der ganzen Klasse zusammen zu sitzen.

Normales Lebens so wünschenswert wie normales Abschiednehmen

Ich hoffe sehr, dass es zeitnah wieder ein normales Leben geben wird, mit Unterricht in Präsenzform und mit Abschieden ohne Einschränkungen, damit Trauer wieder den Platz und Raum findet, die sie braucht. Gleichzeitig ist es wichtig natürlich alles zu tun, was dem Gesundheitsschutz hilft, denn die Gesundheit von Familien und Trauergästen muss genau so im Vordergrund stehen, wie der Abschied selbst.

Wir möchten zum Gesundheitsschutz beitragen, daher unser Hinweis

Mehr zu den Einschränkungen und aktuell geltenden Regelungen finden Sie auch hier: https://www.landau.de/Verwaltung-Politik/Pressemitteilungen/

Mehr aktuelles aus unserem Haus und Informationen können Sie hier lesen: https://reber-landau.de/aktuelles/

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